Was ist Mindful Leadership 2017-10-19T09:57:24+00:00

Führungskräfte stehen heute unter einem hohen Druck. Wenn der Druck zu hoch ist, werden Gesundheit und innere Ausgeglichenheit stark
beeinträchtigt. Denn Stress führt zur Vorherrschaft von Emotionen und instinktiven Überlebensmechanismen (Fight, Flight, Freeze). Die Fähigkeit zur Selbststeuerung im Bewusstsein geht dadurch verloren und Reiz-Reaktionsverhalten bestimmt das Handeln. Die Qualität von guter Führung ist aber in erster Linie eine Frage der Qualität der Bewusstseinsprozesse, die dem Handeln zugrunde liegen. An dieser zentralen Stelle setzt Mindful Leadership an. Durch Bewusstseinstraining verbessert sich die Qualität des eigenen Wahrnehmens, Denkens, Fühlens und Wollens so, dass situativ stimmiges und vor allem auch kreatives Führungshandeln möglich wird. Die Steigerung der eigenen Präsenz, Bewusstheit und Einfühlung (Empathie) ist dabei von zentraler Wichtigkeit.

Bewusstheitsrad

Mindful Leadership entwickelt durch mentales und emotionales Training die Fähigkeit zur Selbststeuerung im eigenen Bewusstsein. Emotions- und gewohnheitsbedingtes Reiz-Reaktionsverhalten kann dadurch gestoppt werden. Zwischen Reiz und emotionaler Reaktion entwickelt sich im Bewusstsein ein Raum der Besonnenheit. Auch in Stress-Situationen ist dadurch bewusst gewähltes Verhalten möglich. Dysfunktionale Verhaltensmuster können erkannt und verändert werden. Für kreatives und innovatives Denken und Handeln in der Führungsrolle ist das unerlässlich.

„Zwischen Reiz und Reaktion gibt es einen Raum.
In diesem Raum haben wir die Freiheit und die Macht, unsere Reaktion zu wählen.
In unserer Reaktion liegen unser Wachstum und unsere Freiheit.“  (Viktor Frankl)

Führungskräfte sind fortwährend damit beschäftigt, Arbeitsabläufe, Anliegen von Mitarbeitern, Kollegen, Kunden, Lieferanten usw. zu beurteilen und oft auch zu entscheiden, was geschehen soll. Mindful Leadership trainiert die zugrunde liegenden Bewusstseinsprozesse durch die Entwicklung der Metakognition, die auch als Bewusstheit oder Achtsamkeit bezeichnet werden kann. Vorurteile, Einseitigkeiten und blinde Flecken im eigenen Wahrnehmen und Denken werden dadurch schneller bemerkt. Unmittelbares Wahrnehmen, Offenheit für Fragen, kreatives und ganzheitlich-vernetztes Denken sowie die bewusste Suche nach Stimmigkeit entwickeln sich.
Bei der Beurteilung von Situationen ist der selbstreflexive Umgang mit Beobachtungen und gedanklichen Erklärungen wichtig, bei Handlungsentscheidungen geht es vor allem um den bewussten Umgang mit Zukunftszielen und Handlungsoptionen. Nicht nur der Verstand, sondern eine spürende Bewusstheit muss bei Entscheidungen „Ja“ sagen, damit das wirkliche Wollen beim Handeln da ist.

fuehren-handeln

Viele Führungskräfte verbringen mehr als 70% ihrer Arbeitszeit mit Kommunikation per Email, im direkten Gespräch oder in Meetings. Die Qualität der Kommunikation steht und fällt mit der eigenen Präsenz und Bewusstheit, der Selbstwahrnehmung und der Prägnanz im Selbstausdruck sowie der Fähigkeiten zum Verstehen der Anderen durch Perspektivenwechsel und Empathie. Mindful Leadership entwickelt diese Bewusstseinsfähigkeiten und verbindet sie mit Methoden, die es auch in schwierigen Gesprächen und Konfliktsituationen ermöglichen, sich auf der Ebene des Verstehens zu begegnen und nicht in Machtspiele abzugleiten.

Arbeitsprozesse organisieren, Aufgaben delegieren, Veränderungen anregen und begleiten sind z.B. wichtige Handlungsfelder von Führungskräften. Die eigene Präsenz und Bewusstheit in den zugrunde liegenden Entscheidungs- und Kommunikationsprozessen bestimmen die Qualität und Wirksamkeit des Handelns. Aber auch die Fähigkeit, das eigene Tun und seine Auswirkungen von einer Metaperspektive aus wahrnehmen und reflektieren zu können, ist grundlegend wichtig. Denn dadurch ist es möglich, aus Fehlern zu lernen und sich zu öffnen für neue Gedanken und Handlungsansätze. Mindful Leadership entwickelt diese Fähigkeiten und ermöglicht damit eine echte Auseinandersetzung mit sich selbst als  Grundlage für die eigene Weiterentwicklung.

Mindful-Leadership-Training setzt mit Methoden der Achtsamkeitsmeditation an der Weiterentwicklung der Präsenz,  Selbststeuerung, Bewusstseinsklarheit und Empathie an. Weiterführende kognitive und emotionale Bewusstseinstechniken stärken die Fähigkeiten zur Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion sowie zum ganzheitlich-vernetzten Denken und zum unmittelbaren Wahrnehmen und Verstehen durch Intuition. Kulturreflexion, die Fähigkeit, die eigenen halbbewussten Denkmodelle und auch die handlungsleitenden heimlichen Spielregeln in der eigenen Organisation wahrzunehmen und zu hinterfragen, ist eine Kernkompetenz von Mindful Leadership. – Erfolgsentscheidend ist allerdings, dass grundlegende Übungen genauso in eine regelmäßige Übungspraxis integriert werden, wie es ja heute schon mit Jogging oder Yoga geschieht.

Mindful Leadership Training bleibt aber nicht beim Üben dieser grundlegenden Bewusstseinsfähigkeiten stehen, sondern bezieht sie auf das konkrete Handeln im Führungsalltag. Führungskräfte lernen hilfreiche Methoden des Selbstmanagements, des Konfliktmanagements, der Entscheidungsfindung, des Change Managements usw., die alle als Zentrum die Fähigkeiten zum Bewusstseins-Management haben. Sehr differenziert wird anhand von alltäglichen Führungssituationen geübt, wie Präsenz, Bewusstseinsklarheit, Empathie, Intuition usw. in schwierigen Situationen zur Geltung kommen können. Dabei zeigt sich: Das Üben dieser Bewusstseinsfähigkeiten entwickelt Führungskompetenz!

Die Übungen und Arbeitsmethoden von Mindful Leadership entstammen verschiedenen Quellen. Ihnen ist gemeinsam, dass sie nicht mit Handlungsanweisungen arbeiten, sondern die Weiterentwicklung der Bewusstseinsfähigkeiten zum Ziel haben. Fähigkeiten entwickeln sich nur durch Übung, weshalb Mindful Leaderhsip Trainings echte Workshops sind, die sich an der unmittelbaren Praxis orientieren. Die nachfolgend aufgeführten Ansätze und Methoden kommen in den Workshops zum Einsatz. Sie werden zu einem späteren Zeitpunkt genauer beschrieben.

Selbstführung und Bewusstseinstraining

  • Entwicklung von Selbststeuerung und Stress-Resistenz durch Mindfulness Based Stress Reduction (MBSR) von Jon Kabat-Zinn – ergänzt durch die neurobiologischen Forschungen zur Wirkung von Achtsamkeits- und Mitgefühlstraining
  • Awareness-Training, wie es im Rahmen der Humanistischen Psychotherapie (Gestalttherapie, Virginia Satirs Familientherapie u.a.) entwickelt wurde
  • Meditatives Erkunden von Situationen und Entwicklung der Intuitionsfähigkeit durch „Contemplative Inquiry“ von Arthur Zajonc
  • Selbstführungs-Ansätze, wie sie in der abendländischen Philosophie vor allem in der platonischen Akademie und bei den Stoikern entwickelt wurden

 Kommunikation

  • Der Ansatz der Gewaltfreien Kommunikation von Marshall Rosenberg – ergänzt durch Methoden der Gestalttherapie und Mediationsansätze von Rudi Ballreich und Friedrich Glasl
  • Die Praxis des Dialogs, wie sie durch David Bohm, William Isaac und Peter Senge entwickelt worden ist – ergänzt durch sokratisches Erkunden, Martin Bubers Dialogansatz und dem Ansatz der Diskursethik (Kommunikative Vernunft) von Habermas und Apel.

Beraten und Entscheiden

  • Beratungs- und Entscheidungsprozesse mit der Dynamischen Urteilsbildung von Lex Bos
  • Entwicklung der Fähigkeiten zur Metakognition in Urteilsbildungs- und Entscheidungsfindungsprozessen durch Achtsamkeitstraining

Mitarbeiterführung und Führungshandeln

  • Situativ-entwicklungsorientiertes Führen von Blanchard und Hersey – ergänzt durch Achtsamkeitstechniken und durch die Arbeit mit dem inneren Team von Friedemann Schulz von Thun

Teamarbeit

  • Teamarbeit gestalten mit Methoden der Themenzentrierten Interaktion (TZI) von Ruth Cohn
  • Gruppendynamisches Verhaltenstraining – ergänzt durch Achtsamkeitstraining zur Entwicklung von Präsenz und Bewusstseinsklarheit

Strategiearbeit und Change Management

  • Transformative Führung mit Trigon-Methoden des Change Managements
  • Der Presencing-Ansatz von Otto Scharmer – ergänzt durch die meditative Methodik des „Contemplative Inquiry“ von Arthur Zajonc
  • Verhaltensorientierte Planspielmethoden – ergänzt durch Achtsamkeitstraining

Kulturreflexion

  • Reflexion der persönlichen mentalen Modelle (Antreiber, Glaubenssätze, kulturgeprägte Überzeugungen usw.) durch Ansätze der Transaktions-Analyse – ergänzt durch Achtsamkeitstraining und Bewusstseins-Erforschung
  • Die Praxis des Dialogs in Organisationen nach William Isaacs zum gemeinsamen Erhellen und Verändern der mentalen Modelle der Organisations-Kultur – ergänzt durch Trigon-Organisationsentwicklungs-Ansätze zur Veränderung der Organisationskultur
  • Methoden der interkulturellen Kommunikation und Mediation